Es ist vollbracht, zumindest wenn man der Pressemitteilung des Kölner Ford Werks vertraut. In Köln startet Ford die Produktion von Hochvoltbatterien für seine Elektro-Modelle Explorer und Capri. Die Zukunft sei elektrisch, die Produktion digital, das Werk transformiert. Jubel bei den Managern, höfisches Nicken bei den Politikern, Applaus von der Gewerkschaft. Doch wer genauer hinschaut, sieht nicht den Fortschritt, sondern das Desaster hinter dem Hochglanz.
Die neue Batterielinie ersetzt das, was Jahrzehnte lang für Solidität „Made in Cologne“ stand. Nämlich die Fertigung bewährter und nachgefragter Fahrzeuge. Wie beispielsweise der Ford Fiesta. Dieses Auto fuhr Millionenfach über deutsche Straßen. Jetzt ist er Geschichte. Stattdessen bauen nun 180 Roboter Hochvolt-Batterien für eine Elektrozukunft, die auf dem Markt nicht ankommt.
Zum ersten Mal in der fast hundertjährigen Geschichte wurde das Kölner Ford-Werk bestreikt. 11.500 Beschäftigte sollen ihre Stimme gegen den geplanten Abbau von 2.900 Stellen erheben. Ein Viertel der Belegschaft steht vor dem Aus, in einem Werk, das einmal als Stolz der deutschen Industrie galt. Die IG Metall, die eben noch artig den Umbau zur Elektromobilität mitgetragen hat, ruft nun zum Arbeitskampf auf. Spät, sehr spät aber immerhin.
DRAMA IN REGENSBURG: Geiseldrama beendet! SEK nimmt Verdächtigen fest - Ein Toter | STREAM










