Auf einer Delegationsreise nach Indien hat Thüringens SPD-Gesundheitsministerin Katharina Schenk für eine offenere Einwanderungspolitik in Deutschland plädiert. „Ich finde generell, dass die Deutschen ein viel zu restriktives Einwanderungsrecht haben. Ich kann nicht nachvollziehen, warum wir denken, dass alle nach Deutschland wollen“, sagte sie am Montag in Neu-Delhi. Die Reise steht unter der Leitung des thüringischen Ministerpräsidenten Mario Voigt. Darüber berichtet die Thüringer Allgemeine.
Konkret will Schenk den Familiennachzug erleichtern. Dies würde sowohl die Anwerbung als auch die Integration von Fachkräften fördern, so Schenk. „Wir brauchen keine Willkommenskultur mehr, wir brauchen eine Einladungskultur“, so die Worte der Ministerin. Gemeinsam mit der Awo-Landeschefin Katja Glybowskaja und Thomas Krömert, Geschäftsführer der Thüringen-Kliniken, hat die Ministerin ein Krankenhaus und ein Karrierecenter in Delhi besucht. Ziel war es, zeitnah erste Kooperationsvereinbarungen zur Anwerbung von Pflegepersonal zu unterzeichnen. Erste Erfolge konnten erzielt werden – schon bald sollen 20 Menschen nach Deutschland kommen, um hier in der Pflege zu arbeiten.
Hintergrund ist der angebliche Fach- und Arbeitskräftemangel in Thüringen, gerade in der Pflegebranche: Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung würden dem Freistaat bis 2035 mehr als 28.000 Pflegekräfte fehlen.
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