Die Europäische Union, einst als Leuchtfeuer des Friedens und der Zusammenarbeit gedacht und gestartet, driftet in eine Sphäre der Selbstbetrachtung und Entfremdung ab. Die Verleihung des Karlspreises an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Himmelfahrtstag 2025 in Aachen markiert einen neuen Gipfel dieser Dekadenz – ein schillerndes Symbol für die Abgehobenheit einer politischen Klasse, die sich in Selbstlob ergeht, während der Boden der Realität unter ihr längst bröckelt.
Die Verleihung von Orden und Preisen an Politiker, wie jüngst an Ursula von der Leyen, offenbart ein Muster: eine Elite, die sich selbst krönt, ohne Rücksicht auf tatsächliche Verdienste – man kennt dieses Prozedere aus der Post-Corona-Zeit. Auch hier wurden Personen mit Auszeichnungen geehrt, um die „Richtigkeit“ der Maßnahmen zu bestätigen. Mit echten Leistungen der Preisträger hatte das wenig gemein.
Nun wird also der Karlspreis, der einst – das ist aber schon lange her – ein Ehrenzeichen für visionäre Ideen der europäischen Einigung war und seit 2025 mit einer Million Euro dotiert ist, ausgerechnet an eine Politikerin verliehen, deren Amtszeit von undurchsichtigen Deals, fragwürdigen Entscheidungen und einem eklatanten Mangel an Transparenz gezeichnet ist. Die Lobpreisung ihres Einsatzes für „Einheit, Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit“ für Europa klingt wie blanker Hohn, wenn man die Bilanz prüft.
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