Erdgasspeicher: Halbvoll oder halbleer?

vor 6 Monaten

Erdgasspeicher: Halbvoll oder halbleer?
Bildquelle: Tichys Einblick

In diesen Tagen haben die Füllstände der deutschen Gasspeicher die 50-Prozent-Marke unterschritten. Das macht nachdenklich, aber der grüne Chef der Bundesnetzagentur (BNA), Klaus Müller, beruhigt: „Die winterlichen Witterungsverhältnisse bereiten uns bei der Gasversorgung keine Sorgen“, so führte er aus. „Die Gasversorgung in Deutschland ist stabil und die Versorgungssicherheit ist aktuell gewährleistet.“

Das lässt kurz innehalten, denn was heißt aktuell? Bis übermorgen, nächste Woche oder bis zum Ende des Winters? Die Zielmarke zum 1. Februar heißt 30 Prozent. Dann kommen noch vier Wochen Februar und ein eventuell kalter März. Meteorologen rechnen nach der jetzigen kleinen Erwärmung mit einer Rückkehr der kalten oder einer noch kälteren Wetterlage.

Die Gasspeicherwirtschaft ist in Deutschland immer noch privatwirtschaftlich organisiert. Der vergleichsweise niedrige Speicherstand zu Beginn des Winters (1. November, 75 Prozent) ist Folge relativ hoher Gaspreise im Sommer, die zu Zurückhaltung beim Einspeichern führten. Für 2027 ist sogar die Stilllegung zwei weiterer Speicher in Bayern aus Gründen fehlender Wirtschaftlichkeit geplant. Obwohl sich der Staat gefühlt in jedes Detailproblem des täglichen Lebens einmischt, ist eine strategische Sicht beim Erdgas nicht erkennbar. Dabei wäre gerade hier eine nationale Gasspeicherreserve analog zum Erdöl sinnvoll, zumal ebenfalls Ende 2027 EU-weit alle Importe von russischem LNG entfallen sollen.

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