Der Autozulieferer Kiekert aus Nordrhein-Westfalen hat Insolvenz beantragt. Bekannt wurde das Traditionsunternehmen als Entwickler der modernen Zentralverriegelung und spielte lange eine Schlüsselrolle innerhalb der deutschen Automobilbranche.
Nach eigenen Angaben beschäftigt Kiekert weltweit rund 4.500 Menschen. Neben Deutschland unterhält der Konzern Werke in den USA, China, Mexiko, Russland und Tschechien. Der Insolvenzantrag bezieht sich jedoch ausschließlich auf die Zentrale in Heiligenhaus in Nordrhein-Westfalen. Der Betrieb dort läuft zwar zunächst weiter, doch die rund 700 Angestellten sind nur noch bis November abgesichert – danach droht ihnen der Jobverlust.
Trotzdem befindet sich Kiekert nicht in einer klassischen Unternehmenskrise. Vorstandschef Jérôme Debreu verweist auf volle Auftragsbücher im Wert von etwa zehn Milliarden Euro. Das Geschäftsmodell ist zukunftsträchtig und vom Strukturwandel hin zur Elektromobilität kaum betroffen. Auch Sebastian Moritz von der WDR-Wirtschaftsredaktion bestätigt: „Im Gegensatz zu anderen angeschlagenen Autozulieferern, ist Kiekert nicht so sehr vom Umbruch in der Autoindustrie betroffen.(…)“
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