Ein Skandal als fast willkommene Abwechslung für die Grünen

vor etwa 1 Jahr

Ein Skandal als fast willkommene Abwechslung für die Grünen
Bildquelle: Tichys Einblick

Jette Nietzard hat für einen Skandal gesorgt. Die Vorsitzende der Grünen Jugend hat öffentlich ein Shirt getragen, auf dem übersetzt die Aussage zu lesen war, dass alle Polizisten Drecksäcke seien. Die Aussage war dumm. Unüberlegt. Arrogant. Sie verbreitet Hetze und spaltet die Gesellschaft. Sie stammt von jemandem, der gerne anderen vorwirft, Hetze zu verbreiten und die Gesellschaft zu spalten. Kurzum: Grüne tun, was Grüne tun. Kein Grund sich zu wundern. Einfach auf Wiedervorlage legen, bis Nietzard zur Ministerin aufgestiegen ist.

Doch so pupsig der Skandal um die Chef-Jugendliche ist, er kommt den Grünen fast gelegen. Zwar regt sich das grüne Führungspersonal gerade kollektiv über Nietzard auf. Beklagt sich etwa, dass sie die Grünen schlecht aussehen lässt. Doch im Show- wie im Politikgeschäft gibt es nur etwas, das noch schlimmer als schlechte Presse ist – und das ist gar keine Presse zu haben. Und keine Presse haben die Grünen aktuell reichlich.

Das liegt nicht an den Journalisten. Die greifen schon noch gerne auf, was ihre favorisierte Partei so von sich gibt. Doch das dringt momentan nicht durch. Wenn der Vorsitzende der Grünen zum Beispiel die Bundesregierung kritisiert, weil die im Haushalt unehrlich vorgehe und mit Tricks arbeite, dann verfängt das nicht – nachdem die Grünen Schwarz-Rot überhaupt erst den Weg frei gemacht haben, um im Haushalt unehrlich vorgehen und mit Tricks arbeiten zu können. Die Grünen sind im Bundestag keine Opposition, sondern eine Regierungspartei in Reserve. Das ist einer der Gründe, warum sie momentan medial nicht durchdringen – egal, wie oft die Journalisten sie zu Wort kommen lassen.

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