Droht die Autokalypse?

vor 6 Monaten

Droht die Autokalypse?
Bildquelle: Tichys Einblick

Wer geglaubt hatte, die deutsche Autoindustrie käme in diesem Jahr in ruhigeres Fahrwasser, sieht sich schon kurz nach dem Jahreswechsel getäuscht. Alle Anzeichen deuten vielmehr darauf hin, dass die nächsten zwölf Monate für die Autobranche – Hersteller wie Zulieferer – noch herausfordernder werden als die beiden Jahren zuvor. Da helfen auch neue Kaufprämien für Elektroautos nichts. „Normale Jahre gibt es in der Autobranche nicht mehr“, konstatiert Burkhard Riering in der Automobilwoche.

Die beiden größten Herausforderungen für die Branche, so dachte man bisher, lägen zum einen in der kostenträchtigen und unvollendeten Transformation zur Elektromobilität, bei der die Rechnung ohne den (Auto-)Kunden gemacht wurde. Und zum anderen in der zunehmenden Verschärfung im Wettbewerb mit chinesischen Herstellern auf dem Heimatmarkt. Nach dem Motto: Wer es in Deutschland schafft, schafft es überall – nur nicht in den USA, deren Markt administrativ für chinesische Autos abgeriegelt wurde.

Europa ist damit zwangsläufig in den chinesischen Fokus geraten: Hohe Überkapazitäten in China selbst, ein mörderischer Preiswettbewerb und die Vorgaben der Politik aus dem jüngsten Fünf-Jahresplan, den Weltautomarkt bis 2049 zu erobern, sorgen für den nötigen Druck. Anfang 2030 wollen chinesische Hersteller laut ihren Absatzplänen rund 20 Prozent des europäischen Marktes erobert haben – zu Lasten vor allem der deutschen Hersteller. Bereits 2025 erreichte ihr Marktanteil in Europa acht Prozent, nach sechs Prozent im Jahr davor. Nur in Deutschland liegt der Anteil von China-Autos laut Kraftfahrzeugbundesamt (KBA) erst bei etwa zwei Prozent, ihr Anteil an den Neuzulassungen von reinen Elektorfahrzeugen (BEV) liegt allerdings bereits bei über 19 Prozent.

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