Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat einen neuen Präsidenten des Bundesamts für Verfassungsschutz gefunden. Laut übereinstimmenden Berichten von Bild und Table.Media soll Sinan Selen den Inlandsgeheimdienst künftig leiten. Der 1972 in Istanbul geborene Jurist und Terrorismusspezialist arbeitete unter anderem im Bundesinnenministerium und ist seit 2019 Vizepräsident des Verfassungsschutzes. Die Leitung der Behörde hat Sinan seit dem Weggang des bisherigen Präsidenten Thomas Haldenwang kommissarisch ausgeübt.
Selen kam im Alter von vier Jahren nach Deutschland und wuchs in Köln auf. Im Innenministerium kümmerte er sich neben der Terrorismusbekämpfung auch um die Zusammenarbeit mit der Türkei. Seine türkische Staatsangehörigkeit hat er inzwischen abgegeben. Innenminister Alexander Dobrindt soll mit dieser Personalie auch die Erwartung verbinden, dass Selen weniger aktiv in der Öffentlichkeit in Erscheinung treten wird, so Table.Media. Der frühere Verfassungsschutzchef Haldenwang hatte sich in der Öffentlichkeit immer wieder geäußert, vor allem zur AfD.
Am Montag will der Innenminister den Verfassungsschutz über die Personalentscheidung informieren. Das Bundeskabinett könnte am Mittwoch formal darüber entscheiden. Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter sagte gegenüber dem Handelsblatt über Selen: „Ich halte das für eine hervorragende Personalentscheidung, denn Sinan Selen bringt sowohl beste Expertise als auch nötige umfangreiche Erfahrungen mit.“
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