Im April 2025 rüttelte das ZDF die Nation mit einer sensationellen Enthüllung auf: Die Redaktion der Sendung „Terra X History“ behauptete, sie habe mit Hilfe eines „Datenforensikers“ im Netz „Datenspuren“ entdeckt, die auf einen lenkenden russischen Einfluss auf Messer-Anschläge in Deutschland hindeuteten. Der Mainzer Sender verlieh der Geschichte ein besonderes Gewicht, indem er eine seriös klingende Zusammenfassung in der Nachrichtensendung „heute“ präsentierte.
Dort wie in der Sendung selbst lautete der Tenor: Die Anschläge hätten jeweils kurz vor Wahlen stattgefunden – und schon das könnte doch kein Zufall sein. Diese Scheinlogik verbreitete vorher schon Ulf Schmiese vom ZDF-Hauptstadtstudio in einer „heute“-Sendung unter Berufung auf ominöse „Sicherheitskreise“, und ohne den geringsten Beleg. Die wilde ZDF-Netzdaten-Putin-Geschichte kollabierte schnell:
Sie beruhte lediglich auf sogenannten Daten-Artefakten des Tools Google Trends. Mit entsprechenden Sucheingaben lassen sich damit bei sehr kleinen Datenmengen angebliche Google-Suchanfragen generieren, die auf den ersten Blick so wirken, als hätten schon vor den Anschlägen in Mannheim, Aschaffenburg und München Nutzer in Russland danach im Netz gesucht. Ganz ähnliche Ergebnisse kann jeder Nutzer allerdings mit Google Trends für beliebige Ereignisse und Länder produzieren – mit der Realität haben sie nichts zu tun. Verfassungsschutz und BND wiesen die ZDF-Spekulation umgehend als völlig unplausibel zurück. Vor allem aber hält die Behauptung der „auffälligen Häufung“ von Anschlägen vor Wahlen einer Überprüfung nicht stand.
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