Die Union ist gezwungen, zu liefern, was die Wähler erwarten

vor mehr als 1 Jahr

Die Union ist gezwungen, zu liefern, was die Wähler erwarten
Bildquelle: Tichys Einblick

Tichys Einblick: „Einbinden statt ausgrenzen“ empfehlen Sie in Ihrem Buch. Es scheint aber, dass Ausgrenzung als probates Mittel gewählt wurde. Wird im Bundestagswahlkampf die Chance endgültig vertan?

Ralf Schuler: Mit den gemeinsamen Abstimmungen von Union und AfD im Bundestag ist die „Brandmauer“ gewissermaßen Geschichte. Die Bluttaten von Mannheim, Solingen, Magdeburg, Aschaffenburg zwingen die Union, einfach zu liefern, was die Wähler erwarten. Und die Wähler der Union erwarten einfach keine schwarz-roten oder gar schwarz-grünen Lieferungen. Die Union kann sich in diesen Tagen die Art der eigenen Beerdigung aussuchen: Entweder mit der AfD Dienstleister des Wählerwillens zu sein oder mit linken Partnern das eigene Profil bis zur Unkenntlichkeit weiter zu verwässern. Langfristig wird an verschiedenen Formen der Kooperation mit der AfD kein Weg vorbeiführen. Nur offen sprechen kann man gerade im Wahlkampf darüber nicht, weil dieser Richtungsstreit die Union noch weiter nach unten zöge.

„Wir sehen uns 2029 wieder“. Viele frustrierte Mitterechts-Wähler setzen jetzt ihre Hoffnung auf 2029. Kann man eine politische Wende einfach vertagen?

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