Die große linke Kapitulation

vor 2 Monaten

Die große linke Kapitulation
Bildquelle: Apollo News

Twitter war einmal der Ort, wo die Linke wirklich zu Hause war. Der Aufstieg von Figuren wie Jan Böhmermann ist untrennbar mit dieser Plattform verknüpft. In dieser Woche haben SPD, Grüne und Linkspartei den mehr oder weniger kontrollierten Rückzug angetreten. Man verkündet: „X ist in den letzten Jahren im Chaos versunken. Politische Debatten leben vom Austausch, der Menschen erreicht & informiert. X hingegen fördert zunehmend Desinformation. Deswegen bespielen wir diesen Account nicht mehr.“

„Politische Debatten leben vom Austausch“ – damit wäre ja eigentlich alles gesagt gewesen. Das „hingegen“, das man hinterherschreit, begründet man gar nicht mehr, weil man es auch nicht mehr begründen kann. Hinter dem Rückzug steckt keine Strategie, sondern natürlich nur eine Allergie gegen andere Meinungen. Es ist ja auch klar: Es schadet den aussteigenden Parteien weitaus mehr als es X schaden würde, das sollte jedem klar sein.

Social Media lügt nicht – wer hier erfolgreich ist, kann es nur aus eigener Kraft werden. Man kann sich die Reichweite nicht kaufen, manipulieren oder bei Dinnerpartys herbeinetzwerken. Parteien, die auf Social Media nicht erfolgreich sind, sind es nicht deshalb, weil sie schlechte Praktikanten oder Agenturen hätten, sondern weil sie nichts mehr zu sagen haben – nur bei der Tagesschau laufen sie trotzdem.

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