Die „falsche Meinung“ als Ermittlungsfall

vor 5 Monaten

Die „falsche Meinung“ als Ermittlungsfall
Bildquelle: Tichys Einblick

Es gibt einen Satz, der inzwischen wie ein amtliches Knurren klingt: „Der Staatsschutz ermittelt.“ Früher war das einmal die Zone für Terror, für organisierte Gewalt, für echte Feinde einer freien Ordnung. Heute reicht oft ein Schild, ein Banner, ein Symbol, ein falscher Witz. Nicht weil Deutschland plötzlich voller Umstürzler wäre, sondern weil die politische Klasse nervös geworden ist. Sie will keine Debatten, sie will Ruhe. Und wenn Ruhe nicht freiwillig kommt, hilft man nach, mit Zuständigkeiten.

Das Prinzip ist simpel und längst erkennbar: Der Staatsschutz ermittelt besonders zuverlässig dort, wo klar ist, dass es „den Oberen“ und ihrer gewünschten Deutung zuwiderläuft. Die Message ist nicht „Wir klären eine Straftat“. Die Message lautet: Wir markieren das als politisches Problem. Und wer als politisches Problem markiert ist, muss nicht mehr widerlegt werden. Er wird geprüft.

Genau in dieses Klima passt, was Alexander Wendt als Diskursmechanik beschreibt: Erst hieß es jahrelang, „Islamisierung“ gebe es nicht, das Thema durfte nicht einmal in den „offiziellen Debattenraum“. Wer es trotzdem benannte, bekam das Etikett „Verschwörungstheoretiker“. Und wer zusätzlich unterstellte, Eliten hätten ein Interesse an dem Prozess, landete nach dieser Logik gleich in der sozialen „Isolationszelle“, weil Begriffe wie „Bevölkerungsaustausch“ lange Jahre als Bannwort funktionierten. Das Entscheidende: Diese Kontrolle läuft nicht nur über Medien und Moral. Sie läuft immer öfter über Polizei. Das ist die harte Kante der Zensur.

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