Die Deutschen nach der Kapitulation überleben in der Wolfszeit

vor etwa 1 Jahr

Die Deutschen nach der Kapitulation überleben in der Wolfszeit
Bildquelle: Tichys Einblick

Stillstand. Eingefrorene Bilder, eingefrorene Zeit. Das Alte weg, das Neue noch nicht da. So sieht man vielfach auf die Zeitenwende, die sich mit den Panzern der Amerikaner von Westen und vom Osten mit den Kolonnen der Roten Armee durch Deutschland wälzt, bis im Mai überall das Schießen aufhört, die Hakenkreuze verschwinden – und wie es weitergeht, ist offen. Aber Menschen haben keine Auszeit.

Das Leben geht weiter, irgendwie. Von der „Niemandszeit“ war die Rede, von der „Wolfszeit“, in der „der Mensch dem Menschen zum Wolf“ geworden war, in der sich jeder nur um sich selbst oder sein Rudel kümmerte.

Aber wie haben die Menschen tatsächlich gelebt?

Auf der Straße. Über die Hälfte der Menschen in Deutschland waren nach dem Krieg nicht dort, wo sie hingehörten oder hinwollten, neun Millionen Ausgebombte und Evakuierte, vierzehn Millionen Flüchtlinge und Vertriebene, zehn Millionen entlassene Zwangsarbeiter und Häftlinge, Abermillionen Kriegsgefangene, die schrittweise entlassen wurden, „DPs“ im denglischen Jargon, „Displaced Persons“, Verschleppte, Versprengte, Entkommene, Übriggebliebene, früher Mächtige, die jetzt Versteckte suchten oder der eigenen Vergangenheit entkommen wollten.

Publisher Logo

Dieser Artikel ist von Tichys Einblick

Klicke den folgenden Button, um den Artikel auf der Website von Tichys Einblick zu lesen.

Weitere Artikel