Unter führenden Repräsentanten der deutschen Wirtschaft wächst die Debatte über den künftigen Umgang mit der AfD. Während einzelne Unternehmer die bisherige politische Abgrenzung zur Partei infrage stellen und eine Öffnung der Union gegenüber der AfD fordern, halten die großen Wirtschaftsverbände an ihrer ablehnenden Haltung fest. Das berichtet die Bild am Sonntag.
Zu den Kritikern der bisherigen Ab- und Ausgrenzungspolitik zählt der Unternehmer Caspar Brockhaus von der Brockhaus Group. Er sieht in der Haltung der Union gegenüber der AfD einen Hemmschuh für politische Reformen. „Die Brandmauer lähmt Politik, Wirtschaft und damit unser Land“, sagte Brockhaus der Bild am Sonntag. Die Union schwäche durch ihre Festlegung auf bestimmte Koalitionsoptionen die eigene Verhandlungsposition. Sollte die schwarz-rote Bundesregierung Deutschland wirtschaftlich nicht wieder wettbewerbsfähig machen, müssten nach seiner Auffassung auch neue demokratische Konstellationen möglich sein. Allein diese Perspektive würde den Reformdruck erhöhen.
Ähnlich äußerte sich die Unternehmerin Sarna Röser, Initiatorin der Initiative „Unternehmer in Bewegung“. Sie bezeichnete die Brandmauer als Ausdruck einer überheblichen Haltung etablierter Parteien. „Die früheren Volksparteien maßen sich an, zu bestimmen, wer zur Demokratie dazugehört und wer nicht. Das ist Hochmut – und hat die AfD stark gemacht“, sagte Röser. Ihrer Ansicht nach würden viele Bürger konservativ wählen, erhielten jedoch linke Politik. Demokratie bedeute, dass die Wähler entschieden, nicht die Parteien. Vertrauen entstehe nicht durch Ausgrenzung, sondern durch bessere Politik.
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