Lobbyisten: Das sind in der öffentlichen Wahrnehmung finstere, einflussreiche Gestalten, die oft genug die Fäden in und hinter der Politik ziehen. Ihre Macht, den Volksvertretern den Willen der Wirtschaft aufzuerlegen, ist in den Vorstellungen mancher geradezu unbegrenzt.
Die Realität ist eine andere: Ein Parade-Beispiel dafür ist der VDA, der Verband der Automobilindustrie in Deutschland. Keine Gruppe, so würde man meinen, hätte so einen Einfluss auf die deutsche Politik wie die mächtige Automobillobby mit ihrer das Land geradezu definierenden Industrie. Davon merkt man aber nichts, wenn man ihren Vertretern so zuhört.
Stattdessen sind die Lobbyisten voll auf der Linie des Staates – anstatt für die Interessen ihrer Industrie zu lobbyieren, wie es ihre ganze Aufgabe und in einer Demokratie auch legitim ist, entscheiden sie sich für Stromlinienförmigkeit. Gerade beim Thema Verbrenner-Verbot und Elektromobilität beschreitet der VDA einen Weg der konsequenten Selbstzerstörung.
Verbandspräsidentin Hildegard Müller machte in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung jüngst einen dafür geradezu beispielhaften Vorschlag. Viele Nutzer von Hybrid-Fahrzeugen, beklagte sie, würden gar nicht wirklich hybrid fahren – sondern lediglich den Verbrenner-Motor nutzen, während der Elektro-Motor kalt bleibt. Es gelte, das elektrische Fahren „gezielt zu fördern“, sagte Müller. „Künftig könnten Plug-in-Hybride so konzipiert werden, dass regelmäßiges Laden verpflichtend ist.“
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