Laut einer neuen Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) gaben 77 Prozent der Befragten an, sich zusätzliche Arbeitsstunden vorstellen zu können. Darüber berichtet die Rheinische Post. Als zentrale Voraussetzung nannten 72 Prozent eine Verringerung der Abgabenlast auf Mehrarbeit. Besonders groß ist die Bereitschaft bei jüngeren Beschäftigten: 86 Prozent der unter 30-Jährigen signalisierten Mehrarbeitsbereitschaft, während es bei den über 55-Jährigen immerhin noch 69 Prozent waren.
Die repräsentative Online-Befragung, an der mehr als 5000 sozialversicherungspflichtig oder geringfügig Beschäftigte teilnahmen, wird seit 2023 jährlich durchgeführt. Ziel ist es, Entwicklungen am deutschen Arbeitsmarkt sichtbar zu machen – und gerade in Zeiten schwächelnder Konjunktur den Handlungsbedarf zu unterstreichen.
Denn die aktuelle wirtschaftliche Lage ist angespannt: Nachdem im Frühsommer noch vorsichtiger Optimismus geherrscht hatte, haben führende Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Prognosen für 2025 nun deutlich gesenkt. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) erwartet nur noch ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,1 Prozent. Das RWI in Essen sowie das Ifo-Institut in München rechnen mit 0,2 Prozent, ebenso wie das Institut für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH). Im Frühsommer lag der gemeinsame Ausblick der fünf großen Institute noch bei rund 0,3 Prozent Wachstum – auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin dürfte am Freitag nur eine minimale Anpassung nach unten vornehmen.
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