Es geht bergab mit der deutschen Automobilindustrie. Das zeigen die täglichen Meldungen über die Branche als Ganzes, über einzelne Autohersteller und fast alle Schwergewichte aus der Zulieferindustrie. Schon spotten Insider über den „Club der Dreißiger“, weil alle Hersteller, gleich ob VW, Porsche, Daimler oder BMW Ergebniseinbrüche von jeweils rund 30 Prozent in 2024 ausweisen mussten. Wobei bei allen betroffenen Unternehmen Absatzeinbrüche auf dem chinesischen Markt mit die Hauptursache waren, gepaart mit einer deutlichen Verfehlung der Verkaufsziele bei reinen Elektroautos (BEV).
Letzteres galt als Ausnahme nicht für den Nobel-Hersteller aus München, dafür verhagelten bei BMW Sonderaufwendungen das Betriebsergebnis. Mit zwei Milliarden Euro schlug eine globale Rückrufaktion wegen fehlerhafter Conti-Bremssysteme zu Buche. Was die Süddeutsche Zeitung mit der Headline kommentierte: „Auch der Streber hat Probleme“. (SZ, Nr. 62, 15/16.März 2025).
Als letzter komplettierte Audi das aktuelle Schreckenstableau der Autobranche: Auch die Ingolstädter mussten wegen Absatz- und Gewinneinbrüchen in 2024 zu scharfen Kotensenkungsmaßnehmen greifen – laut Betriebsrat die „Liste des Grauens“ genannt. Audi möchte sich bis Ende des Jahrzehnts nochmals von 7500 der insgesamt 54.000 in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter trennen, diesmal im sogenannten “indirekten“ Bereich, also nicht in der wertschöpfenden Produktion. Der Produktionsbereich war bereits 2019 – als noch vor Corona und mitten im Auto-, aber eben nicht Audi-Boom – an der Reihe. Audi strich damals im Rahmen eines Sparprogramms 9.500 Stellen, die Jahreskapazitäten in den Werken wurden um 225.000 Autos eingedampft.
Zusammengefasst vermittelt die Autobranche im Frühjahr 2025 den Eindruck: Der bisherige Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft ist in der Krise: China bricht weg, der Verbrenner ist verpönt, das Elektroautos wird vom Publikum nicht wertgeschätzt. Ist die Autoindustrie am Ende?
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