„Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert.“ So beschrieb Jean-Claude Juncker einst die Methode der EU. In Berlin hat man das Verfahren optimiert: Man legt den Entwurf in die Schublade, sorgt dafür, dass etwas passiert – und zieht ihn im richtigen Moment heraus. Am 19. März 2026 war der Moment gekommen.
Collien Fernandes erhob im Spiegel schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen: Deepfakes, Fake-Profile, Identitätsdiebstahl, jahrelange digitale Demütigung. Die Vorwürfe wiegen schwer, die Unschuldsvermutung gilt, Ulmens Anwalt spricht von „unzulässiger Verdachtsberichterstattung“. Soweit das Drama, das seit Tagen jede Talkshow und jeden Leitartikel füllt. Doch wer genau hinschaut, entdeckt hinter der Empörungswelle eine Choreografie, die mindestens ebenso viel Aufmerksamkeit verdient wie der Einzelfall selbst.
Beginnen wir dort, wo bis gestern kaum jemand hinschaute: in Itzehoe. Fernandes hatte bereits vor Jahren eine Anzeige in Deutschland gegen Unbekannt erstattet, zuständig war zuletzt die Staatsanwaltschaft Itzehoe. Das Verfahren wurde vorläufig eingestellt. Fernandes selbst zog daraus öffentlich den Schluss, in Deutschland werde sie nicht geschützt – und erstattete Anzeige in Spanien, wo die Rechtslage seit 2022 strenger ist. Die Botschaft war klar: Das deutsche Strafrecht sei löchrig wie ein Schweizer Käse, und Frauen bliebe nur die Flucht in ausländische Rechtssysteme. Ein wirkmächtiges Narrativ – nur leider ein schiefes.
Die Journalistin Iris Sayram brachte am 23. März die entscheidende Nuance ans Licht: Das Verfahren in Itzehoe wurde nicht eingestellt, weil die Gesetze fehlten, sondern weil von der Staatsanwaltschaft angeforderte Unterlagen nicht nachgereicht wurden. Sayram kommentierte trocken: „An fehlenden Gesetzen scheint das nicht gelegen zu haben.“ Burn.
DRAMA IN REGENSBURG: Geiseldrama beendet! SEK nimmt Verdächtigen fest - Ein Toter | STREAM










