„Klaus Holetschek verkörpert jene Ernsthaftigkeit, die sich sein Chef gerade mühsam antrainieren muss“, schreibt die Augsburger Allgemeine über den CSU-Fraktionschef im bayerischen Landtag – und prognostiziert einen möglichen Bruch zwischen ihm und Markus Söder. Bemerkenswert ist nicht dieser Text – sondern, wer ihn teilt. Klaus Holetschek verbreitet diesen Artikel selbst auf X.
Ein Retweet mit Signalwirkung? Wer den Text liest, stellt fest: Zum offenen Putsch wird hier nicht getrommelt. Holetschek kommt am Ende immer noch als der Vertraute, als Partner von Söder weg. Und doch sind da Sätze wie: „Zumindest hinter den Kulissen redet man längst über ein Leben nach Markus Söder.“ Und auch die offensiv in den Raum gestellte Frage, ob Holetschek nicht längst die bessere Alternative sei.
Eine Frage, die Holetschek gerne im Raum stehen lässt. Ob der Schwabe nun dem Franken Markus Söder wirklich als bayerischer Ministerpräsident nachfolgt, ist ehrlich gesagt auch zweitrangig – manchmal sagt eine im Raum stehende Frage viel mehr aus als die darauf, wie auch immer lautende Antwort. Andere schreiben dieser Tage auch Alexander Dobrindt zum bayerischen „Kronprinzen“ hoch.
Es läuft auf das Gleiche hinaus: Wo offensiv über Kronprinzen diskutiert wird, ist die Gesundheit des Königs wohl angeknackst. Und die politische Gesundheit von Markus Söder, dem König von Bayern, ist dieser Tage schwer angeschlagen. Während in der Schwesterpartei CDU wildeste Gerüchte über angebliche Kanzlerwechsel herumschwirren, werden im Süden deutlich konkretere Absetz- und Sägebewegungen am Stuhl Markus Söders erkennbar.
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