Das Grönland-Debakel

vor 6 Monaten

Das Grönland-Debakel
Bildquelle: Apollo News

Peinlich. Alles an der aktuellen Debatte rund um Grönland ist peinlich. Da wäre jetzt zuletzt Trumps bizarre Nachricht an den norwegischen Premier, in der er meint, er fühle sich nicht „mehr verpflichtet, ausschließlich an den Frieden zu denken, obwohl dieser immer im Vordergrund stehen wird“, weil er keinen Friedensnobelpreis bekam.

Die europäische Antwort auf Trumps immer lauter werdende Ansprüche auf Grönland ist allerdings ebenso peinlich: Mit dem groß publizierten und zugleich hektisch beendeten Mini-Militäreinsatz auf Grönland schaffte man es zugleich, Trump weiter zu provozieren und sich auf ganzer Linie zu blamieren.

Seit inzwischen mehreren Jahrzehnten betont man in Brüssel, wie wichtig es wäre, eine eigenständige Machtbasis aufzubauen, unabhängiger von anderen Weltmächten zu agieren und selbstbewusster aufzutreten. Unter Trump wurde diese Rhetorik noch einmal auf ein völlig neues Level gehoben. Nur zu oft scheitern genau diese Sprüche an der Realität: Das hat man mit dem Blamage-Einsatz jetzt auf Grönland bewiesen.

Vorweg: So undenkbar eine US-Invasion aus diplomatischen und historischen Gründen wäre, wenn man sie tatsächlich militärtaktisch einmal gedanklich durchspielt, ist jedem bewusst, dass die riesige Insel mit kaum Einwohnern und noch viel, viel weniger Militärpersonal niemals gegen die USA zu verteidigen wäre, die dort jetzt schon eine Militärbasis inklusive Stationierungsrechten hat. Käme es zum Undenkbaren, wäre es keine spektakuläre Invasionsanlandung, sondern wohl eher eine recht unblutige Blitzverlegung von US-Truppen, die dann ihre Basis verlassen und einmal die Übernahme der Insel bekanntgeben. Der diplomatische und geopolitische Schaden für die NATO und die transatlantischen Beziehungen insgesamt hingegen wäre natürlich kaum auszumalen.

Publisher Logo

Dieser Artikel ist von Apollo News

Klicke den folgenden Button, um den Artikel auf der Website von Apollo News zu lesen.

Weitere Artikel