Der stille Tod des Einzelhandels

vor etwa 2 Monaten

Der stille Tod des Einzelhandels
Bildquelle: Tichys Einblick

Beim Gang durch deutsche Städte lässt sich ein Phänomen beobachten, das zu Beginn nur kleine und mittelgroße Kommunen des Landes erfasste, sich nun allerdings auch in größeren Zentren Bahn bricht: die Verödung von Fußgängerzonen und Innenstädten durch den Tod des Einzelhandels. Weit davon entfernt, als eine Art anekdotischer Evidenz unter den Teppich gekehrt zu werden, handelt es sich bei dem Ladensterben um eines der sichtbarsten Symptome der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Krise unseres Landes. In den kommenden Jahren wird sich entscheiden, ob urbane Räume auch fernab der touristischen Zentren Attraktivität erhalten können, kurzum: ob sie lebenswert bleiben.

Zweifel drängen sich auf angesichts einer wirtschaftlichen Talfahrt, die die Kaufkraft der Bürger zunehmend spürbar erodieren lässt. Zudem spielt die Tatsache eine entscheidende Rolle, dass sich europäische Großstädte zunehmend zu Schauplätzen eines Clash of Cultures entwickeln. Wie zuletzt nach dem Champions-League-Endspiel in Paris erneut sichtbar wurde, droht dieser Konflikt endgültig außer Kontrolle zu geraten, sofern sich an der europäischen Migrationspolitik nichts ändert.

Das ökonomische Desaster geht einher mit einem regelrechten Niederbruch der europäischen Identität und einer damit verbundenen Kulturkrise. Zu Zeiten kultureller und ökonomisch stabiler Bedingungen ist der urbane Raum der Ort von Integration, Kreativität und Wachstum. In Deutschland hingegen wirkt er zunehmend desintegrierend und in vielen Fällen leider auch ästhetisch abstoßend.

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