Der Diversity-Radiosender „Cosmo“, der von WDR, Radio Bremen und dem RBB mit jährlich rund einer Million Euro finanziert wird, steht nach 27 Jahren vor dem Aus. Grund dafür sind die Vorgaben des Reformstaatsvertrages, nach denen die ARD-Sender ihre Radioprogramme reduzieren müssen. Vor allem im linken Milieu sorgt diese Entwicklung für Unmut. Unter dem Namen „Save Cosmo Radio!“ wurde eine Petition gestartet, die den Fortbestand des Senders fordert. Die Liste der Unterstützer scheint endlos: Mit dabei sind Persönlichkeiten wie Jan Böhmermann, Luisa Neubauer und Claudia Roth sowie Organisationen wie der Verband der Dönerproduzenten Deutschlands (VDD).
„Das Allerletzte, das Allerdümmste“ nannte der ZDF-Komiker Jan Böhmermann in seinem Podcast „Fest und Flauschig“ am Sonntag den Plan des WDR, die Redaktion des Radiosenders „Cosmo“ für „Diversität, Gesellschaft, Popkultur“ künftig in der Redaktion des Jugendsenders „1Live“ aufgehen zu lassen, einen neuen Sender namens „1Live Street“ zu starten und „COSMO“ damit bis April 2027 faktisch einzustellen.
Nennt die Pläne des WDR „mega-schief“: ZDF-Clown Jan Böhmermann.
Mit seiner Kritik ist der Comedian nicht allein: Auch die Initiatoren und Unterstützer des Projekts „Save COSMO Radio!“ lehnen den Plan des WDR ab. Der Grund? „Cosmo“ stehe „in einer Zeit, in der die Demokratie gefährdet“ sei und Rassismus, Menschenfeindlichkeit, rechtsextreme Positionen sowie Antisemitismus vermeintlich „auf breite Zustimmung stoßen“ würden, „wie kein anderes“ Radioprogramm für „das Zusammenleben in kultureller Diversität“, das „Zusammenführen unterschiedlicher Perspektiven“ und den „konstruktiven Umgang mit den Herausforderungen der Einwanderungsgesellschaft“.
Der Radiosender wurde bereits im August 1998 als „Funkhaus Europa“ ins Leben gerufen, bevor er im Dezember 2016 seinen heutigen Namen erhielt. Schon damals lag der Schwerpunkt darauf, kulturelle Vielfalt abzubilden, oder, wie der Sender es heute nennt: auf „Diversity“.
Hintergrund der Ausrichtung war, dass der WDR und andere Rundfunkanstalten in ihrem Programm der seit den 60er-Jahren wachsenden Zahl ausländischer Gastarbeiter gerecht werden wollten. Dafür riefen sie sogenannte „Gastarbeiterprogramme“ ins Leben, in denen Musik in den jeweiligen Muttersprachen der Gastarbeiter gespielt wurde. Später wurden diese Angebote gebündelt und um ein deutschsprachiges Programm ergänzt. Damit begann die Geschichte von „Cosmo“.
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