Die Investoren hinterfragten zunehmend, ob sich die gewaltigen Investitionen vieler Unternehmen in KI auch als so profitabel erweisen, dass sie die aktuellen Kursniveaus rechtfertigen, erklärte André Sadowsky, Analyst bei der Commerzbank. Tatsächlich ist es die Frage, die derzeit Wirtschaft und Finanzmärkte umtreibt: So titelte die „Neue Zürcher Zeitung“ in dieser Woche: „Bringt’s KI oder nicht“? Nach wie vor investieren Tech-Unternehmen Milliarden in Chips und Rechenzentren, Unternehmen wie Nvidia erreichen an der Börse eine Bewertung von knapp 4,3 Billionen Euro – ungefähr soviel wie das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands 2024 ausmachte. Immer mehr Analysten sprechen von einer Blase. Die Frage ist also berechtigt: Kann KI die hohen Erwartungen einlösen?
Die Strategieberatung McKinsey hat nun die Ergebnisse einer Studie vorgelegt, in der sie knapp 2000 Firmen weltweit zum Einsatz von KI befragt hat. Die Unternehmen teilen sich in zwei Lager: Ein größeres, das noch kaum von KI profitiert. Und ein kleineres, das es schafft, mit KI das Betriebsergebnis im Durchschnitt um über fünf Prozent zu steigern. Die erfolgreichen Firmen nutzten KI und maschinelles Lernen nicht nur, um produktiver zu werden, sondern auch für Innovationen. Sie verändern Prozesse oder passen ihr Geschäftsmodell an.
Vielen Firmen bringt KI derzeit allerdings noch wenig. 67 Prozent sehen laut der Umfrage etwa noch keine positiven Auswirkungen auf das Umsatzwachstum. Rund zwei Drittel haben entweder keine Kenntnisse darüber, ob KI die Kosten nachweislich reduziert hat, oder sehen keinen oder einen negativen Effekt. Das korrespondiert mit einer Studie des Massachusetts Institute of Technology, die im Sommer zeigte, dass 95 Prozent der befragten Unternehmen bisher keine Rendite auf ihre Investitionen in KI einfahren konnten.
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