Bevölkerungskollaps und seine Ursachen

vor 7 Monaten

Bevölkerungskollaps und seine Ursachen
Bildquelle: Tichys Einblick

Der dramatische Rückgang der Geburtenraten ist längst kein exklusives Phänomen westlicher Gesellschaften mehr. Auch China, jahrzehntelang Inbegriff demografischer Dynamik, befindet sich seit rund einem Jahr in einem offenen Schrumpfungsprozess.

Die Folgen sind überall dort sichtbar, wo politische und soziale Systeme auf stetig wachsende Populationen bei zugleich steigender wirtschaftlicher Produktivität zugeschnitten wurden.

Die deutsche Gesellschaft etwa steht erstmals in ihrem Umlageverfahren der Rentenversorgung ebenso wie bei der medizinischen Versorgung einer rapide alternden Bevölkerung vor harten Verteilungskonflikten und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen. Das demografische Fundament, auf dem der Sozialstaat errichtet wurde, beginnt zu bröckeln. Mit seiner beispiellos naiven Zuwanderungspolitik betreibt die politische Kaste eine Art Dynamo, der diese Entwicklung nur beschleunigt.

Über die Ursachen dieses Bevölkerungsrückgangs wurde viel spekuliert. Ein berechtigter Einwand verweist auf die Einführung der Antibaby-Pille als Ausdruck weiblicher Emanzipation – eine medizinisch-wissenschaftliche Intervention in die Reproduktionsrate, die den Gesellschaften des 20. Jahrhunderts einen massiven, bis heute nachwirkenden Schock versetzte.

Um diesen Tendenzen entgegenzuwirken, entwickelte die moderne Politik ein ganzes Arsenal monetärer Anreize: Kindergeld, steuerliche Förderung der Eheschließung, das Ehegattensplitting, flankiert von einem ganzen Blumenstrauß staatlicher Incentives. Doch all diese Maßnahmen verpufften weitgehend wirkungslos. Die Geburtenzahlen ließen sich damit nicht nachhaltig stabilisieren, geschweige denn erhöhen.

Eine kleine Anekdote am Rande illustriert, wie sehr sich Geschichte wiederholt – zumindest insofern, als Gesellschaften in demografischen Krisen stets auf die gleichen Reaktionsmuster zurückgreifen. Zur Zeit des römischen Kaisers Augustus reagierte dieser auf den Rückgang der italischen Kernbevölkerung mit einer Mischung aus monetären Anreizen für junge Eltern und drakonischen steuerlichen Strafmaßnahmen für kinderlose Mitglieder der Senatorenschicht. Beides blieb ohne nennenswerten Effekt.

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