Die Berliner S-Bahn will ab Juni härter gegen obdachlose Menschen in ihren Zügen vorgehen. S-Bahn-Chef Heiko Büttner kündigte an, dass zukünftig Reinigungsteams ab fünf Uhr morgens die Züge während der Fahrt säubern werden. Dies soll unter Begleitung von Sicherheitspersonal der Deutschen Bahn geschehen.
Ziel der Maßnahme sei es, teils unerträglichen Gestank und Körpergeruch sowie die Gefahr, die von den oft schwer alkoholisierten oder drogenabhängigen Obdachlosen ausgeht, aus dem Nahverkehr zu schaffen. „Wenn Personen offensichtlich kein Beförderungsbedürfnis haben, werden wir sie des Zuges verweisen“, sagte Büttner dem Tagesspiegel. Die Streifen gingen dabei „mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl“ vor, so Büttner weiter. Man würde aber auch mit Konsequenz reagieren, so der S-Bahn-Chef.
Das Unternehmen betont, mit der Maßnahme keine sozialen Probleme lösen zu können. „Es braucht ein städtisches, karitatives und starkes Netzwerk vor Ort, um die Situation von Obdachlosen zu verbessern“, sagte ein S-Bahn-Sprecher dem rbb. Aber in den Zügen solle die Situation verschwinden. Die Berliner BVG, die für Bus, Straßenbahn und die U-Bahn zuständig ist, setzt seit Jahren auf ähnliche Konzepte. Gemeinsame Streifen von Reinigungs- und Sicherheitspersonal, die im vergangenen Jahr ausgeweitet wurden, sollen Bahnhöfe und Züge sauberer und sicherer machen. Sicherheitskräfte werden dabei im Umgang mit obdachlosen Menschen sogar geschult.
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