Wer am Neujahrstag so gegen Mittag in Berlin durch die Bezirke Neukölln, Kreuzberg oder Spandau spazieren ging, darf sich selbst getrost als todesverachtender Draufgänger betrachten.
Denn nahezu den ganzen ersten Tag des neuen Jahres ging es fast so weiter wie am letzten Tag des alten: Hörbar hatten viele Hauptstadtbewohner es nicht geschafft, am 31. Dezember die gesamte Pyrotechnik loszuwerden, mit der sie sich eingedeckt hatten.
Also wurde am 1. Januar einfach munter weiter geböllert und geknallt.
Immerhin war der Bürgerkrieg vorbei. Was in der Silvesternacht (schon wieder) passiert war, kann man kaum anders bezeichnen. Es war ein teilweise brutaler Straßenkampf von randalierenden Horden gegen die Polizei und absurderweise auch gegen Rettungssanitäter. Mit potenziell tödlichen Feuerwerkskörpern und sogar Kugelbomben gab es gezielte Attacken, die man – nüchtern betrachtet – problemlos als Mordversuche verbuchen könnte.
Die Gewalt in der Bundeshauptstadt habe in der Silvesternacht „qualitativ und quantitativ eine neue Dimension erreicht“, zeigt sich Landesbranddirektor Karsten Homrighausen einigermaßen entgeistert. Er bedankt sich auch bei den Polizisten aus dem ganzen Bundesgebiet, die die Berliner Kollegen beim größten Einsatz des Jahres unterstützt „und teilweise uns geschützt haben, damit wir nicht angegriffen werden“.
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