Volkswagen ist nicht bloß ein deutscher Autobauer. Der Wolfsburger Konzern ist das Emblem der Höhen und grausamen Tiefen dieses Landes. Er repräsentiert ethische Verwerflichkeit durch politischen Opportunismus während der Nazizeit genauso wie die Fähigkeit zur ideologischen Häutung, die Kraft zum Wiederaufbau und zur Hoffnung. Volkswagen verkörpert Deutschland wie wohl kaum ein anderes Unternehmen – und seine Krise ist eine Katastrophe für dieses Land.
Denn als was, wenn nicht als biblische Wirtschaftskatastrophe, sollte man den Plan der VW-Führung bezeichnen, in den kommenden Jahren 100.000 seiner noch 657.000 bestehenden Jobs ersatzlos zu streichen?
Der Kahlschlag wird Folgen haben für Standorte, die ohnehin bereits auf der Kippe standen: Hannover, Zwickau, Emden sowie das Audi-Werk in Neckarsulm dürften wohl die Pforten schließen. Was hier sichtbar wird, ist mehr als ein Konzernumbau. Es ist der Beginn einer Kettenreaktion, die Zulieferer, Logistik und den gesamten industriellen Unterbau trifft.
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