„Amerika ist auf dem Rückzug, die Tage der Pax Americana gezählt“ – das war das gängige Bild, das hierzulande mit Trumps Präsidentschaft vorherrschte. Es war das Narrativ, das man auf und ab in deutschen Medien hörte.
Die Realität sieht aber anders aus. Das zeigt das vergangene Wochenende mit maximaler Deutlichkeit. Die US-Außenpolitik unter Trump mag vieles sein: mal unberechenbar, oft undiplomatisch, kompromisslos. Aber auf dem Rückzug ist sie nicht.
Denn dafür muss man sich nur eine einzige Frage stellen, und die lautet nicht, wie die Europäer darauf blicken, sondern: Wie steht es um die Feinde Amerikas? Fürchten sie Washington? Oder glauben sie, jetzt ist die Chance zuzuschlagen – sei es gegen US-Verbündete oder für mehr regionalen Einfluss und Kontrolle?
Vor gut vier, fünf Jahren überrannten Amerikas Feinde Kabul, stürmten über den Donbass gen Kiew oder massakrierten in Kibbuzen Hunderte Israelis. Heute sitzen nicht wenige von ihnen in einem New Yorker Gefängnis oder unter Schutt und Asche in Teheran.
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