Afuera mit dem Shitbürgertum

vor etwa 1 Jahr

Afuera mit dem Shitbürgertum
Bildquelle: Tichys Einblick

Ulf Poschardt hat seinen Essay „Shitbürgertum“ mit Mileis Kettensäge geschrieben. Wer die „Welt“ und seine Beiträge dort regelmäßig gelesen hat, hat schon länger den Verdacht, dass bei dem ehemaligen Chefredakteur der Welt, mittlerweile Herausgeber, die Lunte zu glühen scheint und immer kürzer wird. Das vom ZuKlampen-Verlag abgelehnte, dann bei Books on Demand und nun im Westend-Verlag erschienene Buch enthält einige seiner Welt-Essays und ist insgesamt eine wüste Philippika auf das Shitbürgertum als die „Endmoräne einer die wilde Anthropologie des liberalen und libertären Bürgertums einfangenden Disziplinarmacht“. Das Shitbürgertum hat eine „kulturelle und ökonomische Spur der Verwüstung hinterlassen“ und müsse zerstört werden.

Es hat eine ziemliche Weile gedauert, bis Poschardt, der als Journalist eine bemerkenswerte Karriere gemacht hat, beim wilden Aufschrei angekommen ist.

Auch bei „Refugees Welcome“ war er ganz vorne dabei. Und beim Impfen. Und und und. Ulf Poschardt löschte jüngst erneut und zum wiederholten Mal die kompletten Inhalte seines X-Accounts. Das ist insofern ganz praktisch, denn immer wieder verschwinden so auch manche Aussagen, an denen man sich später ungern noch einmal messen lassen möchte (z.B. „Impfen, Impfen, Impfen, Impfen, Impfen, Impfen, Impfen, Impfen, Impfen, Impfen“) Aber das Netz ist ein hunderte Tonnen schwerer Elefant und vergisst nicht.

Es ist immer begrüßenswert, wenn Menschen dazulernen. Doch der Gerechtigkeit wegen muss gesagt werden, dass andere, wie etwa die Autoren der „rechten Nischenpublikation“ (Zitat Poschardt, empfindlich über) Tichys Einblick, weit schneller waren. Jetzt will er in der Nische mitkuscheln.

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