In Tittmoning in Bayern wurde dem AfD-Stadtrat Sebastian Gruttauer der Posten des Kulturreferenten wieder entzogen. Zuvor hatte es Proteste von lokalen Künstlern gegen seine Ernennung gegeben. Das ehrenamtliche Referat wurde nun auf Bürgermeister Andreas Bratzdrum von der CSU übertragen. Wie die Süddeutsche Zeitung am Mittwoch berichtete, ist es in Tittmoning Tradition, dass jeder Stadtrat ein Referat übernimmt. Doch Gruttauer steht nun ohne eines da.
Er war mit 12 zu 9 Stimmen gewählt worden. Doch der Bürgermeister will nicht einmal von einer Wahl sprechen. Denn es sei lediglich abgestimmt worden, und das Ergebnis einer Abstimmung könne in folgenden Ratssitzungen jederzeit revidiert werden. Bratzdrum sagte, dass man dem AfD-Politiker zuerst eine Chance habe geben wollen, doch dieser habe seine Chance durch sein Auftreten verwirkt. Zugleich meinte er, dass man die Diskussion um die Personalie im Vorfeld unterschätzt habe.
Nachdem über 50, vor allem lokale Künstler gegen die Ernennung des AfD-Politikers protestiert hatten, war Gruttauer am Dienstag das Amt wieder entzogen worden. Der Stadtrat teilte gegenüber der Bayerischen Staatszeitung mit, dass Referate normalerweise nicht wieder entzogen würden. Doch nach den Protesten habe man sich dazu entschlossen, die Entscheidung vom 12. Mai noch einmal zu überdenken.
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