Weimer scheitert mit Abberufung: Tuttle bleibt Berlinale-Chefin

vor 5 Monaten

Weimer scheitert mit Abberufung: Tuttle bleibt Berlinale-Chefin
Bildquelle: Apollo News

Die Chefin der Berlinale, Tricia Tuttle, bleibt – trotz gegenteiliger Bestrebungen von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer – weiterhin im Amt. Das teilte Weimer am Mittwoch mit. Tuttle, die bei der vergangenen 76. Berlinale im Februar einen antiisraelischen Eklat auf offener Bühne zugelassen hatte, bekommt jedoch jetzt ein „beratendes Forum“ zur Seite gestellt. Außerdem ist die Ausarbeitung eines Verhaltenskodexes für alle Kulturveranstaltungen des Bundes geplant – darunter würde auch die Berlinale fallen.

Über das Schicksal der US-amerikanischen Berlinale-Chefin wurde am Mittwoch bei einer Krisensitzung im Kanzleramt entschieden. Weimer hatte nach der Berlinale angekündigt, Tuttle von ihrem Posten entbinden zu wollen – damit ist der parteilose Politiker nun gescheitert.

Zuvor hatte sich die deutsche Kulturszene gegen das Ende von Tuttle als Berlinale-Chefin ausgesprochen. In einem Schreiben zahlreicher Schauspieler und Regisseure heißt es dazu: „Wir appellieren an die politisch Verantwortlichen, die Unabhängigkeit der Berlinale zu garantieren und zu respektieren und die Debatte mit Augenmaß zu führen. Kultur darf nicht zum Spielball politischer Auseinandersetzungen werden.“ Und weiter: „Dieser Versuch der Einmischung ist ein gefährliches Signal, das weit über das Festival hinausreicht.“

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