Die Kriminalkommissarinnen Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher) und Tessa Ott (Carol Schuler) teilen das Schicksal vieler Singles zur Weihnachtszeit: Man flieht vor der allzu heimeligen Zurschaustellung von Harmonie und Familienglück. Ott zu Ihrem Langzeitkumpel, Ex-Junkie Charlie Locher (Peter Jecklin), der allerdings gerade mit dem Amtsarzt um seine staatliche Unterstützung kämpfen muss (der habe zu ihm gesagt „Sie können arbeiten“ und sei wohl der Meinung, „alle Abhängigen sind Schmarotzer“). Er schmeisst die Polizistin aus der Wohnung, als sie ihm finanzielle Hilfe anbietet. Grandjean hingegen zieht es auf den Weihnachtsmarkt, wo sie sich vom smarten Marek Kowalski (Lucas Gregorowicz) im 3000-Euro-Mantel beschenken, anquatschen und abschleppen lässt. Die ehemalige Kollegin der Den Haager Chefanklägerin Carla Del Ponte hätte es besser wissen müssen, und wenig später muss sie sich auch eingestehen: „Ich habe mich manipulieren lassen, ich bin eine schlechte Polizistin.“
Nicht viel später erhält sie auf einer bedruckten Karte einen GPS (Globales Positionierungs-System) Längen- und Breitengrad, dem sie sich neugierig und wieder ohne die entsprechende polizeiliche Absicherung nähert. Dort liegt der mit Schierling vergiftete Metallarbeiter Heinz Hubacher (Peter Portmann) der kurz zuvor auf Betreiben der internationalen Unternehmensberaterfirma CIG seinen Job verloren hatte. Diese, nur der rücksichtslosen Rationalisierung geschuldete Kündigung konnte auch die Tatsache, dass der kinderlose Junggeselle 20 Jahre lang „quasi mit dem Betrieb verheiratet gewesen ist“ nicht verhindern. Einsam und verlassen stehen nun die beiden lieblosen Geschenke für „10 Jahre Treue und Fleiss“ (2 Blech-Kännchen mit derselben Gravur) in seiner Wohnung. Die mitfühlende Ott dazu: „Die hätten sich auch mal was Besseres einfallen lassen können“.
Kommissarin Grandjean hat gute Gründe dafür, sich nun alleine den Ermittlungen zu widmen. Zum einen hat sie ein wichtiges Beweisstück (Hubacher hatte eine alte griechische Münze im Mund) entwendet und zum anderen wird ihr klar, dass sie ab jetzt in ihrer eigenen beruflichen Vergangenheit wird ermitteln müssen. Denn diese einzigartige Art und Weise, ein Mordopfer zu präparieren, hat sie schon einmal gesehen, und zwar bei ihrem ersten und wichtigsten Mordfall, der ihrer Karriere einen besonderen Schub verlieh. Das Geständnis des vermeintlichen Täters und damit die Taktik, mit der sie den damals Verdächtigen jungen Mitarbeiter einer Arbeitsagentur (verübte kurz danach Selbstmord) in langen Verhören unter Druck setzte, sind nun in Zweifel zu ziehen.
DRAMA IN REGENSBURG: Geiseldrama beendet! SEK nimmt Verdächtigen fest - Ein Toter | STREAM










