Die deutsche Wirtschaft wächst seit fünf Jahren nicht mehr. Das reale, um die Inflation bereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag 2020 bei 3.126 Mrd. Euro und wird in diesem Jahr bei 3.267 Mrd. Euro liegen. Über fünf Jahre hinweg ist die deutsche Wirtschaft pro Jahr real um 0,16 Prozent gewachsen. So etwas nennt man Nullwachstum. Wenn wir das BIP mit einem Kuchen vergleichen, dann ist dieser Kuchen in den letzten fünf Jahren nicht größer geworden, sondern exakt gleich groß geblieben.
Dafür ist im selben Zeitraum etwas anderes gewachsen, nämlich die Staatsausgaben. Und zwar ganz erheblich. Die haben sich zwischen 2020 und 2025 um 18 Prozent erhöht (von 1.693 Mrd. Euro auf 1.996 Mrd. Euro). Besonders stark gestiegen sind die Bundesschulden (von 1.303 Mrd. Euro auf 1.707 Mrd. Euro, plus 31 Prozent), die Verteidigungsausgaben (von 45,2 Mrd. Euro auf 86,4 Mrd. Euro, plus 91,1 Prozent), der Rentenzuschuss des Bundes (von 75,3 Mrd. Euro auf 100,2 Mrd. Euro, plus 33,1 Prozent), die Sozialausgaben insgesamt (von 1.115 Mrd. Euro auf 1.400 Mrd. Euro, plus 25,6 Prozent) und davon wiederum besonders heftig das Bürgergeld beziehungsweise die Grundsicherung (von 35,4 Mrd. Euro auf 50,3 Mrd. Euro, plus 42,1 Prozent).
Wenn wir beim Bild vom BIP als einem riesigen Kuchen bleiben, der jedes Jahr von der Privatwirtschaft und dem Staat (die Staatsquote am BIP liegt bei 49,5 Prozent) gemeinsam gebacken wird, dann ist dieser Kuchen in den letzten fünf Jahren zwar nicht größer geworden – einzelne Esser jedoch schneiden sich auf Kosten der anderen davon immer größere Stücke ab. Möglich ist das alles nur, weil die Kosten für den Kuchen schon seit vielen Jahren von seinem Hauptauftraggeber, dem Staat, zu mehr als der Hälfte (exakt 63,8 Prozent) mit Schulden finanziert werden.
Was würde nun passieren, wenn dieser Kuchen auch in den nächsten Jahren nicht mehr wachsen, sondern genauso groß bleiben würde, wie er heute ist (und es bereits 2020 war)? Anders ausgedrückt: Was passiert mit Deutschland, wenn die deutsche Wirtschaft weitere fünf Jahre oder sogar zehn Jahre lang nicht mehr wächst, sondern auf der Stelle tritt?
Bevor wir diese Frage beantworten, ist ein Hinweis angebracht: Wir reden hier immer vom realen Wachstum, also dem Wachstum, aus dem die Inflation, sprich die jährliche Preissteigerung, wieder herausgerechnet wurde. Regierung, ARD und ZDF verbreiten gerne Zahlen, in denen das sogenannte nominale Wirtschaftswachstum genannt wird. Nominal wächst die Wirtschaft immer, weil alles immer teurer wird. Real wächst sie nur dann, wenn die Summe der produzierten Güter und Dienstleistungen steigt – und nicht nur deren Preise. Nominal ist das deutsche BIP von 2020 bis 2025 im Schnitt um 4,03 Prozent gewachsen, real nur um 0,16 Prozent. Zwischen beiden Werten liegen also Welten. Warum ist jetzt der nominale Wert so viel höher?
Die Unterschiede von realem und nominalem BIP kommen so zustande: Bei der Berechnung des BIP werden alle während eines Jahres in Deutschland erzeugten Produkte und Dienstleistungen mit Marktpreisen multipliziert. Beim nominalen BIP nimmt man dafür die Preise des Jahres, in dem das Produkt oder die Dienstleistung erzeugt wurde. Beim realen BIP hingegen nutzt man die Preise eines festen Zeitpunkts (dem sogenannten Basisjahr), um die reine Veränderung der Produktion ohne den Einfluss von Preisschwankungen bzw. Inflation zu messen. Seit einer Generalrevision im Jahr 2024 berechnet das Statistische Bundesamt Inflation und BIP auf der Basis des Jahres 2021. (Für Spezialisten: Genauer gesagt verwendet das Statistische Bundesamt heute einen Kettenindex, bei dem jedes Jahr die Preise des Vorjahres als Basis genommen und die Veränderungen verkettet werden – aber der Effekt ist derselbe: Die Inflation wird herausgerechnet.)
DRAMA IN REGENSBURG: Geiseldrama beendet! SEK nimmt Verdächtigen fest - Ein Toter | STREAM










