J.K. Rowling hat die ersten Bücher der Reihe um Harry Potter als Kinderbücher angelegt. Die Welt der Magie ist bunt und zuckersüß, der Einkauf in der Winkelgasse ein großes Abenteuer. Zu den wiederkehrenden Gags gehört es, dass die Zauberer den Namen des Oberschurken nicht nennen: Lord Voldemort. Seinen echten, Tom Riddle, kennen sie gar nicht. In den ersten Jahren der Bucherfolge wurde es zu einem Wortspiel, auch in der echten Welt von „der, dessen Name nicht genannt werden darf“ zu sprechen, oder von „Du weißt schon, wer“.
Die Autorin JK Rowling selbst ist durch raue Zeiten gegangen. Wirtschaftlich war die dreifache Mutter ein Sozialfall. Privat musste sie Missbrauch durch ihren Mann durchleiden. Menschen, die durch tiefe Täler gewandert sind, haben einen besseren Blick für die Welt als die, die ihre ganze Zeit auf der Sonnenseite verbracht haben.
Heute kennt die westliche Kultur nur wenige Kritiker, die einen klareren Blick beweisen als Rowling. Das Opfer von Missbrauch hat früh erkannt und benannt, dass Männer in die Schutzräume von Frauen vordringen, wenn die Gesellschaft ihnen erlaubt, sich ohne jede Prüfung zu Frauen zu erklären. Ein kleiner Teil der Grünen glaubt das erst, wenn Transfrauen in Gefängnissen echte Frauen vergewaltigen. Ein großer Teil der Grünen weigert sich selbst dann noch, das zu erkennen, was nicht beim Namen genannt werden darf, selbst wenn es vor ihren Augen passiert.
Schon als Autorin war Rowling hellsichtig. So gehört zu ihren genialen Schöpfungen die des Premierministers der Zauberer, Cornelius Fudge. Im zweiten und dritten Band ist er noch ein netter, wenn auch leicht peinlicher Onkel, der mit seinem Amt überfordert ist. Im vierten Buch zeigt sich, dass Fudge eher bereit ist, seine Untertanen zu opfern, als die Führung über sie aufzugeben – oder auch nur zu gefährden. Wobei Fudge ein sprechender Name ist. Das Wort steht im Englischen zum einen für Kuhhandel und zum anderen für überzuckertes, weiches Konfekt. In einer Figur hat Rowling also schon Robert Habeck, Olaf Scholz und Friedrich Merz beschrieben, noch bevor sie diese als Britin gekannt haben dürfte.
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