Brüssel verkündet „nur“ 90 Prozent Verbrenner-Aus: Wird das die Trabi-Lösung der EU?

vor 7 Monaten

Brüssel verkündet „nur“ 90 Prozent Verbrenner-Aus: Wird das die Trabi-Lösung der EU?
Bildquelle: NiUS

Zunächst die bittere Pille vorab: Natürlich hat die EU nicht das „Aus fürs Verbrenner-Aus beschlossen!“, wie zahlreiche Medien übereinstimmend berichten. Tatsächlich beschlossen wurde eine Regelung, die dem bestehenden Verbrenner-Aus sehr nahe kommt: Ab dem Jahr 2035 müssen Automobilhersteller den CO2-Ausstoß ihrer Neuzulassungen um durchschnittlich 90 Prozent reduzieren.

Das heißt: Nur noch ein sehr kleiner Teil der Autos darf überhaupt CO2 ausstoßen. Wer also einen Verbrenner fährt, wird für selbigen tief in die Tasche greifen müssen. Der Neukauf wird durch erhebliche Strafzahlungen deutlich teurer. Der Kraftstoffpreis zieht ebenfalls weiter an.

Für einen Trabi mussten Bürger in den 80er-Jahren der DDR durchschnittlich zwölf bis fünfzehn Jahre warten. Das Konzept „Warteliste beim Fahrzeugkauf“ wäre für Deutschland 2035 zumindest ein Mittel, um die Automobilindustrie nicht sofort in den Ruin zu treiben. Ein Golf (normaler 1-Liter-Verbrenner, kein GTI) stößt etwa 100 Gramm CO2 pro Kilometer aus. Für jedes Gramm CO2 zahlt ein Hersteller 95 Euro Strafe. Sollte Volkswagen also 2,5 Millionen Verbrenner-Autos im Jahr 2035 verkaufen, kämen rund 24 Milliarden Euro Strafe hinzu. Kunden müssten beim Kauf etwa 11.000 Euro mehr auf den Tisch legen.

Für einen Trabi mussten Bürger in den 80er-Jahren der DDR durchschnittlich zwölf bis fünfzehn Jahre warten.

Dass die Debatte um Verbrenner und Technologieoffenheit längst von der Sache abgewichen ist, offenbart der CSU-Vize Weber, der die EVP-Fraktion in Brüssel führt, höchstpersönlich. Denn man habe mit der neuen Einigung endlich eine Angriffsfläche für die AfD aufgelöst. „Für uns ist und bleibt das Auto ein Kultobjekt, kein ideologisches Kampfobjekt, das am Ende Rechtsaußenparteien nutzt“, sagt er. Man habe diese Regelung also getroffen, um Parteien ihre validen Argumente zu rauben. Dabei waren es die politischen Beschlüsse ebendieser Politiker aus Brüssel, die das Auto überhaupt zum Erzfeind jeglichen Klimaschutzes ernannt haben.

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