Man kann es in letzter Zeit nicht oft über deutsche Regierungsdokumente sagen, aber mindestens einen entscheidenden Punkt hat die neue Militärstrategie der Bundeswehr treffend erfasst: Dort heißt es nämlich, die USA werden sich „strategisch zunehmend an ihrer westlichen Hemisphäre und dem Indopazifik orientieren“.
Die Bundeswehr verweist dabei auf die Nationale Verteidigungsstrategie der USA, die genau diese Entwicklung abbildet: Europa kann sich bei seiner konventionellen Verteidigung künftig nicht mehr auf die USA verlassen, sondern muss dazu selbst imstande sein – weil US-Kräfte im Pazifik gebunden sind.
Pentagon-Chefstratege Elbridge Colby skizzierte diese Strategie schon seit Jahren, auch als er und andere Republikaner noch in der Opposition waren. Vor Trumps Wahl 2024 erklärte er etwa im Interview mit Apollo News: „Wenn ein Krieg in Asien ausbricht, müssen sich die USA darauf konzentrieren. Das wird Europa noch verwundbarer machen. Wenn ein Krieg zuerst auf dem europäischen Kontinent ausbricht gilt das erst recht: Bei einem Krieg um Europa, auch um die NATO, müssten die USA ihre Ressourcen zurückhalten.“
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