So sieht ein Sonntagmorgen in Berlin aus: Man wacht auf, liest die Nachrichten und beginnt erst mal, seine Freunde abzutelefonieren. Bist du okay? Lebst du noch? Geht es dir gut?
Es ist ganz einfach: Das war früher nicht so.
Ich selbst bin auch auf dem CSD gewesen. Die Entscheidung, zu einem frühen Zeitpunkt woanders hinzugehen, hat mir womöglich das Erleben eines Terroranschlags erspart. Darüber denkt man nach. Wie man auch über schwule Freunde nachdenkt, die sich heute erst spät auf Rückfragen melden. An einem normalen Sonntag kein Ding. An diesem Sonntag eine Nervenprobe. Schläft er nur bis 12 Uhr aus – oder liegt er im Krankenhaus?
Vor so einem Hintergrund lesen sich die leeren Statements aus der Politik noch unerträglicher. Bausatzsätze, die gern enden mit: „Wir lassen uns unsere Art zu leben nicht nehmen.“ Da kann man nur laut und bitter auflachen.
TERROR AUF CSD: Ganz Berlin ist geschockt! Debatte über Gefährder I WELT STREAM










