Die Freude in Brüssel war groß, als Péter Magyar im April die Parlamentswahl in Ungarn gewann. Viele EU-Bürokraten erhofften sich mit Magyar nämlich einen EU-treuen „Schoßhund“, der nach der Pfeife von Ursula von der Leyen tanzen würde. Dass dies bisher nicht eingetreten ist und in manchen Punkten sogar das Gegenteil der Fall ist, irritiert nun viele.
Ob in der Migrations- oder Handelspolitik: Péter Magyar lässt sich, genau wie sein Vorgänger Viktor Orbán, von der EU nicht in die nationale Politik hineinreden. Der 45-Jährige, der ursprünglich selbst aus Viktor Orbáns Lager stammt, inszenierte sich während des Wahlkampfes deutlich freundlicher gegenüber von der Leyen und Co. Offenbar konnte die EU darüber hinwegsehen, dass Magyar in vielen Punkten seinem Vorgänger Viktor Orbán ähnelt.
Seinen politischen Aufstieg verdankt er nicht einer grenzenlosen EU-Begeisterung seiner Wähler, sondern der Enttäuschung über die Korruption, die den von Orbán geprägten Staatsapparat Jahrzehnte nach dem Ende des Kommunismus immer noch durchsetzt. Die Ungarn wollen den Einfluss der EU genauso wenig, wie sie sich eine weitere Amtszeit Viktor Orbáns wünschten.
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