Briten wehren sich gegen ein aus dem Ruder gelaufenes Asylsystem

vor 11 Monaten

Briten wehren sich gegen ein aus dem Ruder gelaufenes Asylsystem
Bildquelle: Tichys Einblick

Großbritannien erlebt eine neue Welle von Protesten – und diesmal kommen sie nicht von der urbanen Mittelschicht, die ihre „cleveren Schilder“ auf Anti-Brexit-Demos zur Schau stellte. Die neuen Demonstranten sind Menschen, die sonst oft übersehen, diffamiert oder bevormundet werden: Arbeiter, kleine Selbständige, Familien aus der unteren Mittelschicht. Was diese Proteste von früheren unterscheidet: Sie zeigen Wirkung.

In der Stadt Epping, rund 30 Kilometer nordöstlich von London, haben die Einwohner in nur sechs Wochen erreicht, was mehrere Regierungen über Jahre hinweg nicht geschafft haben: Die Schließung eines Migrantenhotels. 2020 hatte das „Bell“ seine Türen für Asylbewerber geöffnet – wie Hunderte andere Hotels im Land. Mit Beginn der Pandemie brachen die Einnahmen weg, gleichzeitig stieg die Zahl der Menschen, die in kleinen Booten über den Ärmelkanal kamen. Für viele Hoteliers war es ein lukratives Geschäft, ihre Häuser mit staatlichen Geldern füllen zu lassen.

Doch nun hat ein Gericht entschieden, dass die 140 männlichen Bewohner das Hotel verlassen müssen. Offiziell begründet wurde die Entscheidung mit Verstößen gegen Bauvorschriften und „der unzumutbaren Angst vor Kriminalität und Konflikten“, die den Anwohnern zugemutet worden sei. Den rechtlichen Antrag stellte der Bezirksrat von Epping Forest – allerdings erst, nachdem Tausende Bürger auf die Straße gegangen waren und die Schließung forderten.

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