Allmählich beginnt sich eine wirkliche Gegenöffentlichkeit in Großbritannien herauszubilden. Und das ist kein gutes Zeichen. Die große nationale Untersuchung zu den Grooming- oder Rape-Gangs, wie es nun immer öfter heißt, also meist muslimisch-pakistanischen Banden zum Zweck der Vergewaltigung minderjähriger Mädchen und Jungen, darf schon jetzt als gescheitert angesehen werden. Doch damit wird das Thema nicht vergessen werden. Im Januar vor einem Jahr war der jahrzehntealte Skandal erst so richtig ins Rollen gekommen, nachdem Elon Musk die Labour-Regierung und ihren Premier direkt wegen ihrer Untätigkeit angegriffen hatte. „Wer stand an der Spitze der Staatsanwaltschaft der Krone, als Vergewaltigerbanden junge Mädchen ausbeuten konnten, ohne sich der Justiz stellen zu müssen? Keir Starmer“, schrieb Musk und forderte eine Gefängnisstrafe für den hoch umstrittenen und nun zudem wegen Verbindungen zu Epstein in den Schlagzeilen stehenden Premierminister.
Ohne die folgende Kampagne, die sich zum großen Teil auf X abspielte und viele Mitspieler hatte, wäre es wohl nie zu jener Untersuchung gekommen, die zunächst keine Mehrheit im Unterhaus fand. Erst im Juni kündigte Keir Starmer die Einsetzung der National Enquiry an, nachdem ein Prüfauftrag an die parteilose Abgeordnete Baroness Louise Casey ihm gute Gründe dafür geliefert hatte. Aber das Nein seiner Fraktion von Anfang 2026 hallte nach – es hallt bis heute nach und hat der Glaubwürdigkeit von Labour in der Sache unwiederbringlich geschadet.
Es hat wohlgemerkt schon eine erste Untersuchung im Auftrag der Regierung gegeben, die im Oktober 2022 zum Abschluss kam. Aber viele Opfer kritisierten damals, die untersuchende Expertin Alexis Jay sei in ihren Schlussfolgerungen nicht weit genug gegangen. 19 Punkte daraus wollte die konservative Regierung befolgen. Aber es wurde nicht mehr darüber gesprochen, man hörte nichts, die Opfer blieben stumm, die Täter in der Deckung. Und neue Verbrechen geschahen noch immer täglich. Das sagte auch Jay und forderte alle Parteien auf, sich zu den Forderungen ihres Berichts zu bekennen. Das ist noch immer nicht passiert. Allerdings meint die Reformpartei, der Jay-Bericht selbst sei nicht weit genug gegangen. Daher die Forderung nach einer neuen National Enquiry.
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