Die Technische Universität Chemnitz hat dem thüringischen CDU-Politiker Mario Voigt nach Abschluss eines Untersuchungsverfahrens den Doktortitel aberkannt. Voigt kündigte an, die Entscheidung gerichtlich überprüfen zu lassen. Seine Anwälte erklärten in einem Schreiben, der Beschluss sei rechtswidrig.
Voigt war 2008 mit der Arbeit „Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf. George W. Bush gegen John F. Kerry“ promoviert worden. Auslöser des Verfahrens waren Vorwürfe, er habe einzelne von ihm zitierte Quellen nicht im Original ausgewertet, sondern aus Sekundärliteratur übernommen. Die Anwälte bestreiten, dass es dafür Belege gebe.
Hinzu kommt eine öffentliche Dokumentation der Vorwürfe: Auf dem Blog „Plagiatsgutachten“ veröffentlichte Plagiatjäger Stefan Weber im August 2024 unter Bezug auf eigene Analysen und verlinkte Dokumentationen zahlreiche Text- und Quellenübernahmen in Voigts Dissertation sowie in weiteren Publikationen. Der Beitrag spricht von insgesamt „200 Plagiatsfragmenten“, darunter eine Aufschlüsselung in 140 Fundstellen in der Dissertation (in Buchfassung) und weitere 60 in fünf Veröffentlichungen aus den Jahren 2004 bis 2018; außerdem werden unter anderem Passagen genannt, die als Wikipedia-nahe Übernahmen bewertet werden.
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