Eigentlich muss man diese Tatort-Doppelfolge ins Genre des Actionfilms einordnen, mit einem Sonntagskrimi hat das nicht mehr viel gemein. Die Polizisten müssen angesichts des vom Gegner eingesetzten Waffenarsenals, von Folter und Terror ihre Kriegstüchtigkeit unter Beweis stellen. Eine filmische Vorschau auf Verhältnisse wie im Italienischen „Krieg gegen die Mafia“ der in den 1980ern begann, seinen blutigen Höhepunkt in den 1990ern hatte und bis heute andauert.
Kein Wunder, dass viele Rezensenten und wohl auch viele Zuschauer mit diesen 180 Minuten nichts anfangen können oder wollen. T-online sieht sie „unter Niveau“. Matthias Hannemann von der FAZ rät „Zartbesaiteten, besser einen Bogen um diesen Film“ zu machen, Anne Haeming von der „taz“ empfiehlt, anstelle den anzusehen, lieber „den Tannenbaum zu schmücken“, Matthias Dell von der „Zeit“ hätte den Krimi gleich um 90 Minuten gekürzt und Carola Knape von SWR3 fand den Film „zu heftig“, Iris Hetscher vom Weser Kurier „beklemmend“. Sarah Ritschel von der Augsburger Allgemeinen hingegen findet „Weil der Fall so echt ist: Dieser Doppel-‚Tatort‘ lohnt sich und erschüttert“.
In der Tat hat die ARD in dieser Produktion (Nordfilm GmbH mit Lemming Film (NL), gefördert mit Mitteln der nordmedia – Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH sowie dem Nederlands Filmfonds) ohne die geringste Rücksichtnahme auf etwaige politisch korrekte Empfindlichkeiten Ross und Reiter genannt: eine selbsternannte Elite von arabischstämmigen Verbrechern („Mocro-Mafia“) nutzt die Überforderung der europäischen Behörden aus, um sich rücksichtslos am Elend der Süchtigen zu bereichern und an der eigenen Macht aufzugeilen.
Wirklich erschüttern kann dieser Krimi nur diejenigen, die Berichte über diese hauptsächlich aus Marokkanern zusammengesetzte und bisher in den Niederlanden operierende Bande als „holländisches Problem“ abgetan haben. Pressemeldungen gab es genug, sogar einen „Spiegel“-Artikel mit dem etwas albern klingenden Titel „Käse Koks und Killer“, auf dem das Tatort-Drehbuch von Eva Wehrum und Alexander Adolph wohl aufbaut. Nun, mit der Illusion, dass die Nachbarstaaten sich hier bequem zurücklehnen können, räumt der „Tatort“ gehörig auf.
DRAMA IN REGENSBURG: Geiseldrama beendet! SEK nimmt Verdächtigen fest - Ein Toter | STREAM










