Am Ostermontag, den 6. April, strahlte die Tagesschau in der 20-Uhr-Ausgabe einen Bericht über eine Iranerin in Teheran aus. Dieser wurde in gekürzter Fassung im Morgenmagazin wiederholt. Die Protagonistin schildert, dass sie zurückgezogen in ihrer kleinen Kellerwohnung leben würde. Sie sei sehr besorgt wegen der Bombardierungen und gehe nur noch vor die Tür, um ihren Hund Gassi zu führen.
Bei der Protagonistin handele es sich laut Tagesschau um eine 45-jährige Lehrerin einer Privatschule, die aber wegen des Krieges derzeit nicht arbeiten würde. Später zückt sie ihr Mobiltelefon und scrollt in einem Messenger. Angezeigt wird ein Post von Donald Trump, der vermutlich aus „Truth Social“ stammt, seinem sozialen Netzwerk. Die Protagonistin erklärt, dass sich Trump auf eine sehr herablassende Weise über die iranische Bevölkerung äußern würde. Dies mache sie sehr wütend. Sie bezieht sich auf die Androhung Trumps von Bombardements, sollte der Iran die Straße von Hormus weiter blockieren.
Der Beitrag erzeugte gleich nach seiner Ausstrahlung in der Summe seiner vielen Unstimmigkeiten ein massives Störgefühl und befeuerte Spekulationen und Vorwürfe der Zuschauer in sozialen Netzwerken. Zahlreiche Exil-Iraner äußerten, dass es sich bei dem Tagesschau-Beitrag um Propaganda des iranischen Regimes handeln könne. Die Protagonistin werde bewusst westlich inszeniert, um Nähe und Sympathie beim deutschen Publikum zu erzeugen, kommentierten die Nutzer. Die Botschaft laute, Trump ist der Feind und nicht das Mullah-Regime, welches über Jahrzehnte die Menschen, insbesondere die Frauen, brutal unterdrückt hat.
Die ARD erklärte später, dass der Beitrag aus dem Studio Teheran stamme und dieser sorgfältig nach journalistischen Standards produziert worden wäre.
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