Die SPD zerfällt – und ihre Funktionäre begreifen nicht, warum

vor 5 Monaten

Die SPD zerfällt – und ihre Funktionäre begreifen nicht, warum
Bildquelle: Tichys Einblick

Das Foto von der SPD-Wahlparty am Sonntag in Stuttgart besitzt das Zeug, als Symbolbild für den Zustand der Partei in Archive und Geschichtsbücher einzugehen. Die Genossen starren mit versteinerten Gesichtern auf den Bildschirm, über den gerade die ersten Hochrechnungen laufen. Manche schlagen sich die Hand vor den Mund, als würde sich vor ihren Augen ein Unfall abspielen. Den gibt es tatsächlich, zwar ohne Blut, aber trotzdem grauenvoll: die Sozialdemokratie kollidiert mit dem Wählerwillen – und zerfällt in Einzelteile.

Ein Witzbold könnte den Genossen raten, sich lieber zu freuen: mit 5,5 Prozent den Landtagseinzug gerade noch knapp geschafft. Genauso viele Prozentpunkte verlor die ohnehin schon schwache Südwest-SPD im Vergleich zur Wahl 2021. So ähnlich dürfte es demnächst auch am Wahlabend des 20. September in Sachsen-Anhalt und demnächst bei den Abstimmungen in Sachsen, Bayern und Thüringen zugehen: überall dort schwebt die ehemalige Volkspartei SPD nur noch knapp über der Fünf-Prozent-Grenze. Wie früher bei der FDP kommt jetzt bei den Genossen schon Erleichterung auf, wenn es ihre Kandidaten gerade noch über diese Hürde schaffen.

Der baden-württembergische Spitzenkandidat Andreas Stoch setzte im Wahlkampf persönlich alles daran, das Ergebnis nach unten zu ziehen: Als ihn Ende Februar ein SWR-Team mit Mikro und Kamera für ein Kurzporträt begleitete, besuchte der Politiker eine Tafel für Bedürftige – und gab unmittelbar danach seinem Fahrer den Auftrag, mit der Limousine hinüber nach Frankreich zu fahren, um ihm Entenleberpastete zu kaufen. Hunderttausende Zuschauer hörten Stochs Anweisung an den Chauffeur mit: „Dann schickst du mir ein Bild von der Auslage und ich sag dir dann, was du mir bringst.“

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