Die SPD ist politisch ausgezehrt. Im aktuellen Deutschlandtrend fällt sie in der Umfrage auf zwölf Prozent. 83 Prozent der Bürger sind mit der SPD unzufrieden – Lars Klingbeil und Bärbel Bas rauschen bei den Beliebtheitswerten gleich mit nach unten. Klingbeil kommt nur noch auf 18 Prozent Zustimmung, Bas auf 15. Damit ist der Befund klarer als jede parteiinterne Therapiesitzung im Willy-Brandt-Haus: Diese Partei steckt im freien Fall. Und ihre Spitze fällt nicht nur mit, sie zieht den Rest wie Betonschuhe noch tiefer mit nach unten.
Genau darin liegt der Kern dieses Absturzes. Die SPD scheitert nicht nur an der wirtschaftlichen Lage, an den leeren Kassen oder an ihrer mehr als abgegriffenen und vollkommen hohlen Rhetorik von Gerechtigkeit und Modernisierung. Sie scheitert daran, dass sie jede Belastung erst politisch vorbereitet und dann moralisch umlackiert – und das in der desolaten Lage des Landes nicht mehr verfängt.
Aus einem tiefen Griff in die Taschen der Bürger wird Fortschritt. Aus einer zusätzlichen Zumutung wird gesellschaftliche Vernunft. Aus offenem Staatszugriff wird angebliche Fürsorge. Diese Partei glaubt wirklich noch, man könne den Leuten die Rechnung schicken und ihnen gleichzeitig einreden, sie hätten darum gebeten.
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