Das Treffen im Königspalast zwischen dem spanischen König – Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der spanischen Armee, in der Uniform eines Generalkapitäns der Landstreitkräfte – und der für die Streitkräfte zuständigen Ministerin für Verteidigung der sozialistisch-kommunistischen spanischen Regierung, Margarita Robles, dem Chef des Generalstabs der Streitkräfte (Jemad), Teodoro López Calderón, und dem Kommandierenden General von Ceuta, Luís Fernández Herrero, im Palacio de la Zarzuela, um die Lage in Ceuta zu besprechen, muss als deutliche Geste des Staatsoberhauptes gegenüber Margarita Robles und der spanischen Regierung gesehen werden.
Offiziell ging es in der Besprechung, zu der der spanische Ministerpräsident offenbar nicht eingeladen worden war, da der Termin nicht im offiziellen Kalender auftaucht, darum, „die Lage in Ceuta aus Sicht der Verteidigung zu analysieren“. Die Begegnung erhält so, vermutlich nicht zufällig, ein besonderes politisches Gewicht. Die Verteidigungsministerin Margarita Robles steht innerhalb der Regierung stark in der Kritik, da sie die Arbeit der militärischen Nachrichtendienste verteidigt hatte und darauf hingewiesen hat, dass die Nachrichtendienste und die Polizei vor der, vermutlich von marokkanischer Seite orchestrierten Aktion, rechtzeitig gewarnt hatten. Damit widersprach sie der Darstellung des extrem linken Ministerpräsidenten Sánchez diametral.
Robles hat die freigegebenen Berichte des spanischen Nachrichtendienstes CNI, die den offiziellen Darstellungen der Regierung Sánchez widersprechen, ausdrücklich bestätigt. Diese warnten vor einer massenhaften Ankunft von Migranten. Bereits am 27. und 28. Juli fanden Besprechungen zum Thema statt. Der Verbindungsmann der örtlichen CNI-Außenstelle stand regelmäßig mit dem Kabinettschef der Regierungsdelegation in Kontakt. Auch am 29. Juli begann der Austausch bereits früh: Um 11.18 Uhr übermittelte der CNI Informationen aus Medien und lokalen Quellen von der anderen Seite der Grenze. Um 13.52 Uhr warnte der CNI ausdrücklich vor einem organisierten Massenansturm, nannte Zeitpunkt, Vorgehensweise und die Reichweite der Aufrufe. Sieben Stunden lang gab es danach keinen weiteren Kontakt. Um 21.00 Uhr war der „kritische Punkt“ erreicht. Erst um 21.34 Uhr wurde wieder telefoniert – als Hunderte bereits am Strand standen und die Lage außer Kontrolle geraten war.
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