Niedersachsens Landeshauptstadt Hannover steht mit 520.000 Einwohnern auf Platz 14 der deutschen Großstädte. Parteipolitisch gilt die Stadt als „Erzdiözese“ der SPD, sie hatte von 1946 bis 2019 einen SPD-Mann als Oberbürgermeister (darunter von 2006 bis 2013 Stephan Weil, den noch amtierenden niedersächsischen Ministerpräsidenten). Die Stadt ist auch bekannt für gewisse Connections Richtung Osten. Die Mitglieder dieser Connections sonn(t)en sich im Ruf, „die FROGS“ zu sein: Friends of Gerhard Schröder.
Seit 2019 ist Hannover eine „grün“ regierte Stadt. In einer Stichwahl setzte sich damals der „Grüne“ Belit Onay (*1981, Mann mit deutsch-türkischem Doppelpass) mit 52,9 zu 47,1 Prozent gegen einen CDU-Bewerber durch. Der Rat der Stadt wird grün-rot dominiert: Von den 64 Sitzen haben die Grünen und die SPD je 18 der 64 Sitze, die CDU kommt auf 13. Onay hat große Pläne: Bis 2023 will er die Hannover-City autofrei machen.
Vor allem wurde in der Stadtpolitik gestritten und nochmal gestritten. Zankapfel war bis hinein in die 2000er Jahre vor allem die „D-Linie“. Sollte sie über- oder unterirdisch verlaufen? Sowohl die Regionsversammlung als auch der Rat der Stadt Hannover stimmen schließlich für die oberirdische Variante. Inklusive zwei Geisterstationen unter dem Hauptbahnhof. Zentraler Streitpunkt war, ob die D-Linie oberirdisch durch einen vorhandenen oder einen ganz neuen Tunnel durch die Innenstadt führen soll. Und wie es über- oder unterirdisch mit der ständig verstopften Sallstraße weitergehen soll.
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