Zum Dringlichkeitsgipfel arabischer und islamischer Staaten in Doha reisten vor Kurzem zahlreiche Staatschefs aus der Region, um den Angriff Israels auf Katar zu verurteilen. Der Luftangriff Israels am helllichten Tag auf ein Ziel in einem Wohngebiet in Doha war ein schwerer Schlag – nicht nur für die Hamas, sondern auch für den Golfstaat. In den vergangenen Jahren hatte das Land auf Wunsch der USA zwischen Israel und den Islamisten im Gazastreifen vermittelt.
Zwar setzten die Gipfelteilnehmer ein eindeutiges Zeichen der Unterstützung für Katar, konkrete Maßnahmen wurden jedoch nicht beschlossen. Erhebliche Meinungsverschiedenheiten zwischen den Mitgliedern verhinderten jeden Versuch, konkrete Maßnahmen gegen Israel zu ergreifen. In 25 Punkten lassen die Unterzeichner jedoch durchblicken, dass sie Israel in Zukunft diplomatisch unter Druck setzen könnten, beispielsweise in der UNO oder vor internationalen Gerichten. Zudem verlangt der Text, die Beziehungen zu Israel zu überprüfen, keine Waffen an das Land zu liefern und rechtliche Schritte gegen es einzuleiten. Die vage Formulierung in der Abschlusserklärung ermöglicht es jedem Staat, eigene Schlüsse zu ziehen. Vor dem Gipfel kursierten Gerüchte, wonach die Staaten der Region eine Sperrung des eigenen Luftraums für israelische Flugzeuge oder eine Abschwächung der diplomatischen Beziehungen zu Israel ins Spiel bringen wollten. Letztlich wurden beide Drohungen in der Erklärung nicht umgesetzt.
Zu den Teilnehmern zählte auch der iranische Präsident Masoud Peseschkian. „Israel schlägt zu, wo es will, und tut, was es will“, sagte er. Allerdings erwähnte er nicht, dass Teheran drei Monate zuvor selbst einen Raketenbeschuss auf eine US-Basis in Katar ausgeführt hatte. Beim Gipfel drängte Teheran auf eine „islamische NATO“ – eine von vornherein zum Scheitern verurteilte Idee, da viele arabische Staaten den Iran eher als Bedrohung denn als Verbündeten betrachten.
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