Der Auftritt der ARD mit Alice Weidel im Sommerinterview gerät immer stärker zum medienpolitischen Offenbarungseid. Nun befeuert ausgerechnet Philipp Ruch vom Zentrum für politische Schönheit (ZPS) mit eigenen Aussagen die Spekulationen um eine mögliche Absprache zwischen Aktivisten, Polizei und ARD. In einem Podcast behauptet der selbsternannte Aktionskünstler, man habe den „Fernsehmoment des Jahres“ gemeinsam mit ARD und AfD geschaffen. Weder im Podcast noch von Seiten der ARD oder Polizei wurden diese Aussagen bislang kommentiert oder dementiert.
Die Protestaktion am Spreeufer, bei der laute Musik, Sprechchöre und Trillerpfeifen das Interview massiv störten, wurde laut Ruch nur durch „enge Absprache mit der Berliner Polizei“ möglich. Details wollte er nicht nennen, aber seine Formulierung legt nahe, dass den Aktivisten gezielt Zugang zur unmittelbaren Nähe des Aufzeichnungsortes verschafft wurde. Die Berliner Polizei wiederum hatte zunächst mitgeteilt, von der Aktion nichts gewusst zu haben, dann aber zwei Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet – wegen einer unangemeldeten Versammlung.
Wie die Demonstranten von Zeitpunkt und Ort der Interviewaufzeichnung erfuhren, bleibt ebenfalls weiter ungeklärt. Ruch spricht nur von einem „Betriebsgeheimnis“. Die einzige offizielle Uhrzeit, die veröffentlicht wurde, war der TV-Ausstrahlungstermin um 18 Uhr. Tatsächlich wurde das Interview aber deutlich früher aufgezeichnet. Die entscheidende Frage, wie die Demonstranten dennoch pünktlich vor Ort sein konnten, wurde im Podcast nicht gestellt.
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