Schuldenspirale: finanzielle Repression als Ultima Ratio

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Schuldenspirale: finanzielle Repression als Ultima Ratio
Bildquelle: Tichys Einblick

Es zählt wohl zu den folgenschwersten Webfehlern der westlichen Zivilisation, dass es nicht gelungen ist, Staat und Geldpolitik mit einem tiefen systemischen Graben voneinander zu trennen. Man sollte sich nicht von feierlichen Vertragskonstrukten wie dem Unabhängigkeitsdekret der Europäischen Zentralbank täuschen lassen: Die politische Praxis folgt eigenen Regeln. Politiker suchen das süße Gift des schnellen Kredits – stets wartet der nächste Wahlgang, der Versuch, mit dem Füllhorn beim Volk zu reüssieren. Und die Geldpolitik muss sich diesem politischen Zwang irgendwann beugen.

Den politischen Prozessen der Postmoderne liegt eine fundamentale Kraft zugrunde: Alles strebt einem Machtzentrum zu. Die Geldpolitik ist dabei der unverzichtbare Hebel – zur Beschaffung von Liquidität, zur Stabilisierung der Staatsschulden und zur kontinuierlichen Ausweitung der Geldmenge. Denn Geld ist in unserem Fiat-System nichts anderes als Kredit – und wachsende Verschuldung ist die zwangsläufige Folge eines Distributionsmechanismus, der eben jenen größten Schuldner überhaupt am Leben halten muss: den Staat.

Aus turbulenten Zeiten hervorgegangen, wurden die Notenbanken in die Machtarchitektur des modernen Staates integriert. Aus dem Liquiditätspuffer für Banken in der Not entwickelte sich eine Institution, die inzwischen die Staatsschulden liquide hält – so geschehen während der großen Staatsschuldenkrise vor anderthalb Jahrzehnten, als der Anleihenmarkt auch die Schuldenorgie der Europäer schlagartig beendete.

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